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Die Gedenkfeier


Mai 2022

Einladung zur Gedenkfeier des Palliativteams UK Krems

 

Sie haben im Jahr 2021/2022 eine nahe Angehörige / einen nahen Angehörigen oder eine Ihnen vertraute Person verabschiedet. 
 
Wir laden Sie daher herzlich zu unserer Gedenkfeier für die vom Palliativteambetreuten Patientinnen / Patienten ein. 

Die Feier findet am Donnerstag, 23.6.2022, um 18:00 Uhr
in der Pfarrkirche Krems/St. Paul statt.

St. Paul-Gasse 1, 3500 Krems
 
Bei Fragen können Sie uns unter 0650/3511256 kontaktieren.
Bitte beachten Sie die aktuell gültigen Corona-Regeln.
  
Auf Ihr Kommen freuen sich das Palliativteam und die Seelsorge.
 
Organisationsteam:​
​​​​​​Mag. Franz Hirsch, Seelsorge UK Krems
Monika Lukas, Diplomierte Gesundheits- u. Krankenpflegerin
Elisabeth Sax, Diplomierte Gesundheits- u. Krankenpflegerin​
Andrea Weigl, Diplomierte Gesundheits- u. Krankenpflegerin
 
Mail: monika.lukas@krems.lknoe.at ​​      

November 2020

Zwei Bäume im Park  



Zwei große Bäume stehen dicht beieinander in einem Park. Sie kennen sich schon seit frühester Jugend. Die Äste des einen Baumes ragen in die Krone des anderen. Beide haben sich gegenseitig hervor-ragend einander an-gepasst. Im Frühjahr entfalten sich zur gleichen Zeit die ersten Blätter. Da, wo die einen Äste sich weiter ausdehnen, hält sich der andere Baum zurück. Beide nehmen Rücksicht aufeinander. Im Herbst machen sich beide für den Winter bereit. Sie schützen sich gegenseitig vor starkem Wind. 

Der eine Baum gewährt dem anderen Schatten. Sie holen sich aus dem Boden ihr Wasser und teilen es sorgfältig. So haben sich beide gemeinsam entwickelt, sind alt geworden und haben schon viele Jahresringe gemeinsam aufgebaut. Eines Tages schlägt der Blitz in einen der Bäume ein und fällt diesen. Er wird wortlos von Waldarbeitern abtransportiert.

Der andere Baum bleibt alleine zurück. Er kann einfach nicht glauben, dass sein geliebter, treuer Nachbar nicht mehr da sein soll. Wo sie sich doch für den nächsten Winter schon soviel vorgenommen hatten. Er wünscht, einfach nur einen bösen Traumgeträumt zu haben, und morgen nach dem Aufwachen sei alles wieder in Ordnung.

Doch am nächsten Morgen ist er immer noch allein. Er schaut suchend umher,doch er kann seinen Nachbarn nirgendwo entdecken. Er fühlt sich nackt undhilflos. Jetzt erst wird ihm bewusst, dass er all die Jahre vom anderen BaumSchutz geboten bekommen hatte. Er bemerkt, dass er auf der Seite, die demanderen Baum zugewandt war, schwächer entwickelt ist. Die Äste sind kürzer und weniger dicht mit Blättern übersät. Ja, er muss sogar aufpassen, sichnicht nach der anderen Seite zu neigen und umzufallen. Der Wind fährt ihmgarstig in die schwache Seite. Wie schön wäre es doch, wenn sein Nachbar noch da wäre. Er beginnt zuhadern, warum der Blitz ausgerechnet in seinen Nachbarn einschlagenmusste. Es gibt doch noch mehr Bäume im Park.

Er hat Angst vor dem langen, harten Winter, den er jetzt alleine durchstehenmuss. Er seufzt, fühlt sich sehr einsam. Warum konnte der Blitz denn nicht siebeide treffen? Nie mehr würde er so einen Nachbarn finden, mit dem er allesteilen könnte. Nie mehr könnten er und sein Nachbar über gemeinsameschöne Stunden sprechen, die sie beide erlebt hatten. Hätte er am Ende seineÄste weiter zu seinem Nachbarn hinstrecken sollen, dass der Blitz auch ihnhätte treffen können? So quält er sich mit Schuldgefühlen, Ängsten und Verzweiflung. Die Sonnescheint wie immer und sendet ihre wärmenden Strahlen, doch er verspürt sienicht. Es wird Winter und er verbringt die Zeit alleine. 

Er überlegt, ob dies wohl der Sinn des Lebens sei. Eines nachts, als er wieder einmal grübelte, kam ihm die Idee, dass er sich imnächsten Frühjahr sehr anstrengen könnte, besonders die Äste seinerschwachen Seite wachsen zu lassen. Er könnte versuchen, die leeren Stellen,die der Nachbar mit seinen Ästen ausgefüllt hatte, zu füllen. Er hatte ja jetztmehr Platz, sich auszubreiten. Er musste keine Rücksicht mehr nehmen undhatte Nahrung für zwei. So begann er, all seine Energien darauf zu verwenden, die Lücke, die seinNachbar hinterlassen hatte, allmählich auszufüllen. Ganz vorsichtig ließ erneue Äste wachsen. Es dauerte, aber er hatte ja Zeit. Und manches Mal warer sogar ein klein bisschen stolz darauf, alleine gegen die Kälte und die Windeanzukämpfen. 

Er wusste, dass es nie mehr so sein würde wie früher, aber wenn der Nachbarjetzt noch einmal kommen würde oder gar ein neuer Nachbar, hätte er nichtmehr so viel Platz zur Verfügung wie früher. Eines wusste er genau. Er würdeden alten Nachbarn nie vergessen, denn er hatte ja die ersten 50 Jahresringemit ihm gemeinsam verbracht. Zu jedem Jahresring konnte er gemeinsamerlebte Geschichten erzählen. Zu den letzten drei Jahresringen hatte er zu erzählen, wie er gelernt hat, alleinzu leben, seinen Ästen eine neue Richtung zu geben und seinen Platz im Parkneu zu gestalten. 






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